dbweave · DB-WEAVE Handbuch · Tutorials

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Die folgenden Lehrgänge führen Sie Schritt für Schritt durch kleine Beispielentwürfe. Zusammen decken sie die wichtigsten alltäglichen Funktionen von DB-WEAVE ab — und sind klein genug, dass Sie alle an einem Nachmittag durcharbeiten können. Die Menü-Referenz erklärt jeden einzelnen Befehl im Detail.

Grundlagen — erste Schritte

Dieses Kapitel geht davon aus, dass Sie mit der Maus arbeiten, doch jeder beschriebene Befehl lässt sich auch über die Tastatur auslösen.

Nach dem Starten von DB-WEAVE sehen Sie das Programmfenster grob in vier grosse Bereiche geteilt: Bindung, Einzug, Aufknüpfung und Trittfolge, dazu die Kett- und Schussfarbenleisten.

Geben Sie unten rechts in der Bindungsfläche ein kleines Muster ein. Sobald Sie auch nur einen Bindungspunkt setzen, erzeugt DB-WEAVE automatisch einen passenden Einzug, eine Trittfolge und eine Aufknüpfung. Das ist grundlegend: Bindung einerseits sowie Einzug, Trittfolge und Aufknüpfung andererseits stimmen stets überein. Sie müssen den Einzug nie "nachführen".

Die Statusleiste rechts unten zeigt die aktuelle Mustergrösse und die Grösse des Rapports; links davon die aktuelle Cursorposition.

Öffnen Sie Rapport → Rapport und vergrössern Sie das Muster auf 2×2 Rapporte. Mit OK anwenden.

Wechseln Sie nun die Ansichtsmodi:

Zusammenfassung. Bindung mit der Maus eingeben. Einzug, Trittfolge und Aufknüpfung folgen automatisch. Drei Ansichten über Ansicht → Ansicht. Vergrössern mit Rapport.

Grundlagen — Selektieren und Bearbeiten

Dieser Lehrgang führt Selektionen, den Cursor und die wichtigsten Bearbeitungsbefehle ein.

Öffnen Sie Extras → Optionen → Für dieses Muster, wechseln Sie zur Registerkarte Raster und stellen Sie den horizontalen wie den vertikalen Rasterabstand auf 5 (damit ein 5-bindiger Atlas mit dem Raster übereinstimmt).

Das blinkende weisse Quadrat in der Bindung ist der Cursor. Sie bewegen ihn mit den Cursortasten oder springen mit Ctrl + Mausklick zu einer beliebigen Stelle. Setzen Sie ihn unten rechts in der Bindung.

Fügen Sie über Einfügen → Atlas → 5er Atlas einen 5-bindigen Atlas ein. Der eingefügte Atlas ist automatisch selektiert — von einer dünnen weissen Linie umgeben. Solange er selektiert ist, lässt er sich mit den Befehlen des Bearbeiten-Menüs verändern:

Eine Selektion mit der Maus erzeugen: in einer Ecke klicken, die linke Maustaste halten und zur gegenüberliegenden Ecke ziehen. Selektion entfernen: irgendwo in der Bindung klicken.

Selektieren Sie das ganze Muster, Bearbeiten → Kopieren, setzen Sie den Cursor auf den ersten Schussfaden am rechten Rand, Bearbeiten → Einfügen, dann Bearbeiten → Invertieren und Bearbeiten → Vertikal spiegeln, um die zweite Hälfte zu spiegeln.

Zusammenfassung. Raster der Bindung anpassen. Standardmuster über Einfügen → Atlas und Einfügen → Köper einfügen. Selektion erstellen (Maus oder Shift + Cursortasten) und mit dem Bearbeiten-Menü verändern.

Bereiche

DB-WEAVE bietet neun unabhängige Bereiche, mit denen Sie Teile eines Musters farblich unterscheiden können. Jeder Bereich hat eine eigene Farbe in der Bindung und in der Aufknüpfung. Den aktiven Bereich wechseln Sie über Bereich → Aktueller Bereich → Bereich 1…9 (Shift+1Shift+9); mit 0 löschen Sie einen Bindungspunkt. Der aktive Bereich wird in der Statusleiste angezeigt.

Zwei Sonderbereiche: der Aushebungs-Bereich (Shift+0) und der Bindungs-Bereich (Ctrl+0) — beide für Doppel- und Mehrfachgewebe (siehe unten).

Blockmusterung

Eine Blockmusterung ersetzt jeden gesetzten Punkt der Aufknüpfung durch ein Muster und jeden ungesetzten durch ein anderes.

Geben Sie ein kleines strukturierendes Muster ein. Öffnen Sie Bereich → Musterung → Blockmusterung. Im Musterungsfenster:

  1. Wählen Sie ein Basismuster — beispielsweise Bearbeiten → Vordefinierte Muster → 5er Atlas.
  2. Wenden Sie Bearbeiten → Zentralsymmetrisch machen (Z) auf das Basismuster an.

  1. Wechseln Sie zu Muster 1 (Shift+1), übernehmen Sie das Basismuster mit Bearbeiten → Kopieren von → Basismuster (Shift+Ctrl+0), dann Bearbeiten → Invertieren (I) und Bearbeiten → Horizontal spiegeln (H).
  2. Anwenden mit Muster → Anwenden (Ctrl+Enter).

Das Resultat ist ein einziger Entwurf, aufgebaut aus zwei verwandten Teilmustern. Bis zu neun Bereiche sind möglich.

Bereichmusterung

Mit der Bereichmusterung weisen Sie jedem verwendeten Bereich ein eigenes Muster zu.

Aktivieren Sie die Werkzeugpalette mit Ansicht → Werkzeugpalette (F10), wählen Sie das Ellipsen-Werkzeug und schalten Sie auf gefüllt. Zeichnen Sie einen gefüllten Kreis. Wechseln Sie zu Bereich 2 (Shift+2) und zeichnen Sie einen zweiten Kreis.

Wechseln Sie zurück auf den Zeiger, selektieren Sie die beiden Kreise mit etwas Rand und öffnen Sie Bereich → Musterung → Bereichmusterung. Geben Sie als Basismuster ein Tabby ein, als Muster 1 (Shift+1) einen Köper und als Muster 2 (Shift+2) einen anderen Köper. Anwenden mit Ctrl+Enter.

Zusammenfassung. Bereiche mit der Werkzeugpalette oder Punkt für Punkt zeichnen. Jeder verwendete Bereich erhält in der Musterung ein eigenes Muster. Sollen nur Teile des Musters ersetzt werden, vorher diesen Teil selektieren.

Doppel- und Mehrfachgewebe

Ein einfaches Doppelgewebe

Der Einzug eines Doppelgewebes wird in der Regel zweichorig angeordnet, damit die Aufknüpfung einfach bleibt. Geben Sie den Einzug zweichorig ein und ordnen Sie die Trittfolge analog an.

Geben Sie nun die Muster in die Aufknüpfung ein:

  1. Stellen Sie sicher, dass Bereich 1 aktiv ist (Bereich → Aktueller Bereich → Bereich 1, Shift+1) und geben Sie das erste Muster (z. B. einen kettseitigen Köper) in die Aufknüpfung ein.
  2. Wechseln Sie zu Bereich 2 (Shift+2) und geben Sie das zweite Muster (z. B. einen schussseitigen Köper) ein.
  3. Wechseln Sie zum Aushebungs-Bereich mit Bereich → Aktueller Bereich → Aushebung (Shift+0) und ergänzen Sie die Aushebungspunkte, die die Schichten trennen.

Damit ist das Doppelgewebe fertig. Wechseln Sie zur Gewebeansicht (Ctrl+3), vergrössern Sie mit Rapport → Rapport und färben Sie Kette und Schuss alternierend ein, sodass die beiden Schichten klar erkennbar werden.

Vom Muster her aufbauen

Manchmal ist es einfacher, den Entwurf direkt im Bindungsfeld zu konstruieren, ohne vorher Einzug und Trittfolge zu setzen.

Wechseln Sie zu Bereich 1 und geben Sie den "ausgedehnten" Basisatlas ein; wechseln Sie zu Bereich 2 und überlagern Sie den Köper; wechseln Sie zum Aushebungs-Bereich (Shift+0) und geben Sie die Aushebungspunkte schussweise ein — dabei hilft es, die Cursorbewegung über Extras → Cursor → Bewegung (Ctrl+Alt + Cursortasten) auf links zu setzen.

Der von DB-WEAVE erzeugte Einzug und die Trittfolge sehen vielleicht nicht besonders elegant aus, sind aber durchaus webbar. Brauchen Sie einen bestimmten Einzug, beginnen Sie den Entwurf besser mit Einzug, Trittfolge und Aufknüpfung.

Schichten wechseln

Doppelgewebe können ihre obere und untere Schicht tauschen. Nach Eingabe einer einfachen Doppelgewebe-Aufknüpfung wiederholen Sie horizontal und vertikal mit Rapport → Rapport (F8) und kopieren / fügen Sie die Aufknüpfung ein, um sie zu vergrössern. Setzen Sie die Aushebungspunkte entsprechend zurück.

Schichtwechsel im Einzug: einen Abschnitt des Einzugs selektieren, Bearbeiten → Ausschneiden (Ctrl+X), dann Bearbeiten → Einfügen (Ctrl+V) am gewünschten Versatz. Im Schuss dasselbe: Trittfolge → Trittfolge wie Einzug spiegelt die Änderung. Das Ergebnis ist eine Art hohles Kissen — die Struktur wird durch farbliche Codierung von Kette und Schuss in der Gewebeansicht sichtbar.

An- und Abbindungspunkte

Der Bindungs-Bereich (Bereich → Aktueller Bereich → Anbindung, Ctrl+0) setzt explizite Anbindungspunkte; der Abbindungs-Bereich (Bereich → Aktueller Bereich → Abbindung, Shift+Ctrl+0) entfernt sie. Beide dienen dazu, das Verbinden der Schichten in einem Doppel- oder Mehrfachgewebe fein abzustimmen.

Lancierungen

Kettlancierung

Geben Sie einen Tabbyrapport ein und wiederholen Sie ihn 4×4 mit Rapport → Rapport (F8). Fügen Sie über Bearbeiten → Lancée → Kettlancée leere Lancierungs-Kettfäden ein. Wechseln Sie zu Bereich 2 (Shift+2) und füllen Sie die Lancierungsfäden. Schalten Sie den Einzug auf zweichorig mit Einzug → 2-chorig. Fertig.

Schusslancierung (nicht 1:1)

Geben Sie ein Tabby ein und wiederholen Sie es 4×4. Fügen Sie über Bearbeiten → Lancée → Schusslancée leere Lancierungs-Schussfäden ein; im Dialog das gewünschte Verhältnis eingeben (z. B. 2:1, also zwei Grundfäden pro Lancierungsfaden). Wechseln Sie zu Bereich 2 und füllen Sie die Lancierungsfäden Schuss für Schuss — Cursorbewegung auf links stellen (Ctrl+Alt + Cursortasten). So oft wiederholen wie nötig.

Farben

DB-WEAVE bietet bis zu 236 gleichzeitig verfügbare Farben pro Muster, ausgewählt aus einer Palette von 16 Millionen. Das Palettenfenster öffnen Sie mit Farbe → Palette (Ctrl+F); die aktive Farbe wird in der Statusleiste angezeigt.

Ein einfacher Farbeffekt:

  1. Geben Sie ein kleines strukturierendes Muster ein und wechseln Sie zur Farbansicht (Ctrl+2).
  2. Wiederholen Sie 2×2 mit F8.
  3. Setzen Sie die Kettfarbe mit Farbe → Kettfarbe setzen — beispielsweise ein tiefes Karmesinrot.
  4. Setzen Sie die Schussfarbe mit Farbe → Schussfarbe setzen — beispielsweise ein warmes Elfenbein.
  5. Klicken Sie in die Kettfarbenleiste und färben Sie einzelne Fäden alternierend; dasselbe in der Schussfarbenleiste.

Das Ergebnis ist ein Farb- und Webeffekt im Streifen-auf-Streifen-Stil. Farbe → Farbverlauf erzeugt sanfte Übergänge zwischen zwei Paletteneinträgen.

Weben

Wenn Sie einen computergesteuerten Webstuhl haben (ARM Patronic, ARM Designer electronic oder generisches LIPS / SLIPS — experimentell), kann DB-WEAVE ihn direkt ansteuern.

Webstuhl konfigurieren

Schliessen Sie den Webstuhl gemäss Anleitung des Herstellers an den Computer an. Starten Sie DB-WEAVE, geben Sie ein kleines Testmuster ein oder öffnen Sie ein bestehendes und wechseln Sie mit Extras → Weben (Ctrl+W) in den Webmodus.

Der Webmodus zeigt drei Bereiche: links die Bindung, in der Mitte die Schlagpatrone (mit dem aktuellen Schuss blau markiert und einem Dreieck für den zuletzt tatsächlich gewobenen Schuss), und rechts die Klammern.

Öffnen Sie Optionen → Webstuhl und wählen Sie Ihren Webstuhltyp aus der Liste — über Info erhalten Sie Hilfe zu einem konkreten Modell. Bei portgebundenen Webstühlen den korrekten Anschluss einstellen. Mit OK speichern.

Verbindung testen: Webstuhl einschalten, Webvorgang mit Weben → Start Weben (F5) starten und das Fach öffnen. Die im ersten Schuss benannten Schäfte sollten sich heben. Fach öffnen und schliessen, um sich durch das Muster zu "weben"; die Anzeige des aktuellen Schusses bewegt sich am Bildschirm Schritt für Schritt nach oben.

Reagiert der Webstuhl nicht, prüfen Sie, ob er eingeschaltet, korrekt angeschlossen und unter Optionen → Webstuhl korrekt konfiguriert ist.

Mit Klammern weben

Klammern bestimmen, was wann und wie oft gewoben wird. Mit einer Klammer, die den ganzen Rapport abdeckt, und Wiederholung 1 wird der Rapport endlos gewoben — und das ist die Voreinstellung von DB-WEAVE, sodass Sie sofort loslegen können.

Für komplexere Sequenzen stehen neun Klammern zur Verfügung. Klammer setzen oder verschieben: mit der Maus ziehen, oder die Klammer auswählen (klicken) und mit 09 die Wiederholung setzen. Die Daten der ausgewählten Klammer erscheinen in der Statusleiste.

Beispiel: Klammer 1 = die ersten 4 Schüsse (×1), Klammer 2 = die nächsten 8 Schüsse (×2), Klammer 3 = die nächsten 8 Schüsse (×2), Klammer 4 = die letzten 4 Schüsse (×1). Aktive Klammern werden von links nach rechts gewoben.

Vor dem eigentlichen Weben springen Sie mit Position → Gehe zu → Klammer 1 (Shift+1) zur Klammer 1, dann Weben → Start Weben (F5). Während des Webens bewegen die Cursortasten die aktuelle Position — der nächste gewobene Schuss wird dort sein. Rückwärts weben über Weben → Rückwärts weben (F4) oder — bei Webstühlen mit entsprechendem Schalter — direkt am Webstuhl.

Zusammenfassung. Klammern definieren, was wie oft gewoben wird. Zur Klammer springen mit Position → Gehe zu → Klammer … oder Shift+1…9. Aktuellen Schuss mit den Cursortasten bewegen. Richtung wechseln mit Weben → Rückwärts weben (F4).